Abschied auf Raten- 

Supermoto-Pilot Achim Trinkner beendet mit 6. Platz bei der DM seine Karriere 

Wenn man so lange mit dem Motorrad-Rennsport verbunden war, kann man nicht so ratz-fatz aufhören",
sinniert Achim Trinkner.
26 seiner 32 Lebensjahre hatte sich bei dem Löchgauer Motorradhändler alles um Rennmotorräder gedreht.

Kein Wunder, wuchs Klein-Achim doch mit dem Stallgeruch des Motorsports auf. Vater Hans,
heute mit 63 Jahren immer noch Leiter des Familienbetriebs Auto- und Zweirad-Trinkner,
gehörte in den sechziger und siebziger Jahren zu den besten Offroad-Piloten der Welt.

Noch heute steht der Enduro-Europameisterpokal von 1968 in den Verkaufsräumen.

Verständlich, dass auch der Filius mit gerade mal sechs Jahren mit einem 50-ccm-Kindercrosser
bereits den Hinterhof umpflügte. Jahre im Jugend-Motocross folgten. Mit allen Licht- und Schattenseiten.
Die Liste der Erfolge mit dem DM Titel 1988 als Krönung ist lang,  die der Verletzungen kaum weniger.
Der rechte Unterarm, der linke Fuß, Kahnbein, Schlüsselbein...

..."Immer wenn ich dachte, jetzt hast Du´s geschafft, dann bremsten mich die Blessuren ein.
Und wenn´s die nicht waren, musste ich büffeln", umreißt der Löchgauer seine Offroad-Laufbahn nachdenklich.
Auch wenn er als gelernter Kfz-Meister und Betriebswirt heute wenigstens von einem Teil der damaligen Mühen profitiert.

Seine Offroad-Erfahrungen legte Trinkner anderweitig an: im Supermoto.

Dieser Sport, eine Mischung aus Straßenrennen und Motocross, hatte es ihm angetan. Der frühe Einstieg in diese Disziplin,
die ihre Anfänge erst Anfang der neunziger Jahre in Deutschland feierte, kam dem Talent zu pass.
Die Erfolge ließen nicht lange auf sich warten.

Platz drei in der Deutschen Meisterschaft 1996 machten Trinkner zum begehrten Mann in der aufstrebenden Szene.
Erste Sponsoren-Verträge folgten. Der privaten 500-ccm-Honda folgte eine 600er Viertakt-Husqvarna,
die 2003 von einer Offerte des deutschen KTM-Importeurs abgelöst wurde.
Der Löchgauer hatte sich etabliert in diesem Sport - Leistungsdruck und Stress inklusive.

Nach dem 6. Platz in der Internationalen Deutschen Meisterschaft 2005 soll Schluss sein. "Beruf und Sport,
das lässt sich schon die vergangenen Jahre kaum mehr vereinbaren", wirkt Achim Trinkner fast erleichtert, über seinen Rücktritt.
Freilich, ganz ohne Benzingeruch hält´s der Juniorchef doch nicht aus.
Einige junge Fahrer in dem in diesem Jahr neu geschaffenen Supermoto-Juniorcup zu beraten,
von seinen Erfahrungen profitieren zu lassen, das kann er sich gut vorstellen.
Und - ganz vielleicht - auf einer 450er-Honda noch ein paar Renn-Einsätze in der Gegend.

Hockenheim, Friedrichshafen, Freiburg und Heilbronn - Achim Trinkners ganz persönliche Abschiedstournee.

 

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